DEUTSCH, kurzfassung

DEUTSCH, kurzfassung

In der Nacht zum 9. April 1940 ist der Verband der Kriegsschiffgruppe 5 des Unternehmens „Weserübung“ der Nazis auf dem Weg nach Oslo, um die Stadt zu besetzen und den König und die Regierung gefangen zu nehmen. Der Angriff ist für 04.15 Uhr norwegischer Zeit geplant. Nebel, Dunkelheit und die Tatsache, dass alle Seezeichen gelöscht sind, haben bereits zu einer Verzögerung des Verbandes geführt.

Kurz vor Mitternacht durchfahren die Schiffe die Bewachungslinie für den Kriegshafen Oslo, überwinden das Vorpostenbot „Pol III“ und fahren an den Inseln Rauøy und Bolærne vorbei, von denen Warnschüsse abgegeben und später scharf geschossen wird, ohne dass die deutschen Schiffe darauf antworten. Sie setzen die Fahrt in der Dunkelheit fort.

Nach Meldungen über Kampfeshandlungen im äußeren Oslofjord wird dem Kommandanten der Festung Oscarsborg, Birger Eriksen, die bedrohliche Lage klar.

Um 03.30 und 03.40 gehen bei ihm Meldungen über Kriegsschiffe ein, die ohne Positionslichter an der Signalstation vorbei fahren. Daraufhin wird die Festung kampfbereit gemacht. Um 03.58 beschließt der Festungskommandant, das Feuer zu eröffnen.

Aufgrund von Dunkelheit und Nebel werden die Schiffe erst um 04.15 von „Kranschiff II“, anschließend um 04.17 von Kopås und kurz darauf von dem Kommandoplatz der Hauptbatterie auf Oscarsborg entdeckt. Dieser meldet einen Abstand von 1800 Meter zum führenden Schiff. Oberst Eriksen berichtigt diese Meldung auf 1400 Meter.

Da das Ziel sich nur schwer über die Zielfernrohre der Kanonen ausmachen lässt, wird mit Fernrohren gezielt. Als die Kanonenmannschaften melden, dass sie das Ziel verfolgen, gibt der Batteriechef den Befehl aus:Erste Kanone!Und anschließend:Zweite Kanone!

Beide Schüsse sind Volltreffer. Der erste Schuss schlägt im Haupt-Fla-Gefechtsstand der Blücher ein, der zum Teil ins Wasser stürzt. Der zweite Schuss trifft die Flugzeughalle von dem Achtermast, detoniert  in der Flugzeughalle, die durch das dort befindlich Flugzeugbenzin sofort in Brand gerät. Das Schiff brennt nun mittschiffs.

Die Kopåsbatterie und Husviktangen feuern auf die Blücher. Der Schiffskommandant befiehlt sofort „Volle Fahrt voraus“, aber aufgrund der durch Treffer beschädigten Ruderleitungen lässt die Blücher sich nur schwer manövrieren.

Die Blücher, wie auch die vier anderen Schiffe im Verband erwidern das Feuer, aber aufgrund der Witterungsverhältnisse ist es schwer, weitere Ziele als das Mündungsfeuer der Kanonen auf der Festung zu erkennen. Nachdem zu Beginn zu hoch geschossen wird, nach werden die Schüsse nach und nach besser auf das Ziel ausgerichtet. Auf Husvik werden zwei Häuser in Brand geschlossen. In Drøbak kommen zwei von Granatensplittern getroffene Frauen ums Leben.

Als die Blücher sich vor der Torpedobatterie befindet, wird die Geschwindigkeit auf sieben Knoten geschätzt. Das erste abgeschossene Torpedo trifft das Vorschiff. Das nächste Torpedo wird weiter in Richtung achtern abgeschossen und schlägt mittschiffs ein. Die Hauptmotoren der Blücher stoppen und Wasser dringt in das Schiff ein, das nun in Richtung Norden treibt.

Der Kommandant an Bord der Blücher glaubt nach wie vor, das Schiff retten zu können. Daher geht er zwischen den Inseln Askholmene und dem Festland vor Anker, aber der Brand weitet sich aus und greift auf ein Munitionslager über. Dieses explodiert und das Fahrzeug bekommt Schlagseite nach Backbord. Die Mannschaft und die Soldaten erhalten den Befehl, das Schiff zu verlassen.

Die Blücher bekommt immer mehr Schlagseite, liegt mit dem Kiel nach oben und sinkt dann über den Bug. Es ist der 9. April 1940, 06.22 Uhr morgens.  Durch eine kräftige Explosion gerät das Öl in Brand, so dass viele der Soldaten im kalten Wasser in den Flammen umkommen.

Die der Blücher folgenden Schiffe, die Schweren Kreuzer Lützow und Emden, das Torpedoboot Möve und zwei Minensucher kehren um und fahren fjordauswärts.

Während dieser Minuten am frühen Morgen des 9. April 1940 haben die Vorgesetzten und Soldaten auf Oscarsborg das Schicksal Norwegens mitbestimmt. Dem König und der Regierung gelang es, die Stadt zu verlassen, bevor sie von den Nazis besetzt wurde. Und der Goldschatz der Norwegischen Staatsbank wurde in Sicherheit gebracht.